Woher kommt eigentlich der Adventskalender?

Eine Reise durch mehr als 100 Jahre Vorfreude

Wer hat den Adventskalender erfunden, und warum zählt man überhaupt die Tage bis Weihnachten mit kleinen Türchen? Der Adventskalender gehört heute so selbstverständlich zur Vorweihnachtszeit wie der Duft von Zimt und Glühwein – dabei blickt er auf eine über 100-jährige Geschichte zurück, die im 19. Jahrhundert begann und bis heute nichts von ihrem Zauber verloren hat. 

Auch bei trendtours hat sich seit einigen Jahren eine eigene kleine Tradition rund um den Adventskalender sowie Adventsreisen entwickelt. Grund genug, einen Blick auf die Ursprünge dieses beliebten Weihnachtsbrauchs zu werfen – und dabei auch zu zeigen, wie sich die Idee des „täglichen Vorfreude-Moments“ bis in die Gegenwart gehalten hat.

 


 

 


 

Die Ursprünge im 19. Jahrhundert: Kreidestriche statt Schokolade

Der christliche Adventskalender, wie er heute bekannt ist, hat seine Wurzeln im 19. Jahrhundert. Damals zählten vor allem evangelische Familien in Deutschland die verbleibenden Tage bis Heiligabend auf ganz einfache Weise: mit Kreidestrichen an der Wand, der Schranktür oder dem Türrahmen. Jeden Tag durfte ein Strich weggewischt werden, bis Wand oder Tür schließlich wieder makellos waren – ein untrügliches Zeichen dafür, dass Weihnachten nun endlich vor der Tür stand. 

Parallel dazu verbreitete sich der sogenannte Adventsbaum: An einen kahlen Tannenzweig durften Kinder täglich ein kleines Fähnchen, einen Stern oder einen Zettel mit einem Bibelvers heften. Der genaue Ursprung dieser frühen Bräuche lässt sich heute nicht mehr exakt bestimmen, da sie meist nur mündlich innerhalb der Familien weitergegeben wurden.

 


 

 


 

Gerhard Lang: der Mann, der den gedruckten Adventskalender erfand

Als Vater des gedruckten Adventskalenders gilt der Verleger Gerhard Lang aus Maulbronn. Die Idee dazu geht auf seine eigene Kindheit zurück: Seine Mutter nähte ihm als kleinem Jungen 24 „Wibele“ – ein schwäbisches Baisergebäck – auf einen Karton, sodass er sich jeden Tag im Dezember eines davon nehmen durfte, um die Wartezeit bis zum Fest zu verkürzen. Angeregt durch diese Erinnerung, entwickelte Lang Anfang des 20. Jahrhunderts die Idee eines vorweihnachtlichen Ausschneidekalenders. 

Als Teilhaber der Münchner lithografischen Anstalt Reichhold & Lang ließ er ab 1908 den ersten in größerer Stückzahl produzierten Adventskalender drucken: „Im Land des Christkinds“ bestand noch aus zwei bedruckten Papierbögen – einem Bogen mit 24 kleinen Bildern zum Ausschneiden und einem Karton mit 24 von Lang selbst verfassten Versen. Jeden Tag wurde ein Bild ausgeschnitten, aufgeklebt und der dazugehörige Vers gelesen; am 24. Dezember kam schließlich das Christkind hinzu.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte Lang zahlreiche weitere Varianten: Kalender mit Füllungen zum Herausbrechen, das „Christkindleinshaus“ zum Befüllen mit Schokolade sowie – als besonderen Meilenstein – Kalender mit echten Türchen zum Öffnen. Bis Ende der 1930er-Jahre brachte sein Verlag rund 30 verschiedene Adventskalendermotive in etwa 40 Ausführungen heraus, darunter sogar eine Version in Blindenschrift.

 


 

 


 

Eine schwierige Zeit: Krieg, Papierknappheit und Propaganda

Der Erfolg des Adventskalenders erlitt während des Zweiten Weltkriegs einen deutlichen Rückschlag. Papierknappheit sowie ein allgemeines Verbot zur Herstellung von Bildkalendern setzten der Produktion weitgehend ein Ende. In dieser Zeit wurde der Adventskalender vom Franz-Eher-Verlag, dem Zentralverlag der NSDAP, als einzigem Verlag noch produziert – allerdings nicht mehr mit religiösen Motiven, sondern für propagandistische Zwecke umgestaltet. Es ist ein wenig bekanntes, aber historisch belegtes Kapitel in der Geschichte dieses eigentlich so unbeschwerten Brauchs.

Nach Kriegsende erhielt der Stuttgarter Richard-Sellmer-Verlag im Dezember 1945 von der amerikanischen Besatzungsmacht als erster wieder die Genehmigung, Adventskalender zu drucken – zunächst in einer Auflage von 50.000 Exemplaren, ermöglicht durch Papier aus der französischen Besatzungszone. Bereits der erste Nachkriegskalender „Die kleine Stadt“, 1946 von Elisabeth Lörcher gestaltet, erschien auch in englischer und schwedischer Sprache. 

Die Vermarktung des Nachkriegskalenders war von Beginn an international ausgerichtet: Heimkehrende amerikanische Soldaten trugen maßgeblich zur weltweiten Verbreitung der Tradition bei. Zwischen 1946 und 1998 brachte der bis heute als Familienbetrieb geführte Sellmer-Verlag mehr als 230 verschiedene Adventskalendermotive heraus.

 


 

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Vom Bildkalender zum Schokoladenkalender

In den 1950er-Jahren wurde der Adventskalender endgültig zur Massenware – erschwinglich und praktisch überall erhältlich. Beliebte Motive jener Zeit waren romantisch verschneite Winterstädte, hinter deren 24. Türchen sich meist eine Krippenszene verbarg. Der nächste große Entwicklungsschritt folgte 1958 mit dem ersten Schokoladen-Adventskalender, der den bis dahin rein bildbasierten Kalendern eine völlig neue, süße Dimension hinzufügte und den internationalen Durchbruch des Formats einläutete.

 


 

 

Der Adventskalender heute: Vielfalt für Groß und Klein

Was einst mit Kreidestrichen und Gebäckstücken begann, ist heute ein enorm vielfältiges Produktsegment. Ob Kosmetik, Tee, Spielzeug oder – besonders passend zur Reisebranche – kleine Rabatte und Gewinnchancen: Kaum ein Themenbereich, der nicht in irgendeiner Form Einzug in Adventskalender gehalten hat. 

Auch interessant: Nicht überall auf der Welt sieht die Tradition gleich aus, so wird beispielsweise in der Schweiz beim Adventskalender traditionell auf die Figur des Nikolaus verzichtet. Und wer schon einmal eine Adventsreise ins Elsass unternommen hat, kennt vielleicht sogar den größten Adventskalender der Welt in Gengenbach im Schwarzwald – ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie lebendig dieser Brauch bis heute geblieben ist!

 


 

 

Häufige Fragen rund um den Adventskalender

Wer hat den Adventskalender erfunden?

Als Erfinder des ersten gedruckten Adventskalenders gilt der Münchner Verleger Gerhard Lang, der ab 1908 den Kalender „Im Land des Christkinds“ in größerer Stückzahl produzieren ließ. Die grundlegende Idee entstand jedoch bereits einige Jahre zuvor durch einen selbstgebastelten Kalender seiner Mutter.

Woher kommt der Adventskalender?

Der Adventskalender stammt ursprünglich aus Deutschland und geht auf religiöse Bräuche des 19. Jahrhunderts zurück, mit denen protestantische Familien die Wartezeit bis Weihnachten sichtbar machten – etwa durch Kreidestriche oder Adventsbäume mit kleinen Fähnchen.

Wann öffnet man das erste Türchen vom Adventskalender 2026?

Das erste Türchen wird traditionell am 1. Dezember geöffnet – im Jahr 2026 fällt dieser Tag auf einen Dienstag. Das gilt unabhängig vom ersten Adventssonntag, der 2026 bereits auf den 29. November fällt.

 


 

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Die trendtours-Tradition: ein eigener Adventskalender seit 2021

Auch bei trendtours gehört der Adventskalender inzwischen zur festen Vorweihnachtszeit dazu. Seit 2021 begleitet er Reisebegeisterte Jahr für Jahr durch den Dezember – mit wechselnden Gewinnen, unterschiedlichen Mechaniken und stets neu gestalteten Türchen, die mal etwas anders umgesetzt wurden, aber im Kern immer demselben Prinzip folgten: jeden Tag ein neues Türchen, jeden Tag eine neue Überraschung. 

Beworben wird die Aktion traditionell auch im Print-Bereich, umgesetzt und geöffnet wird sie jedoch online – ganz im Sinne der Zeit, in der aus Kreidestrichen und Papierbildchen längst digitale Formate geworden sind, ohne dass der eigentliche Kern des Brauchs verloren gegangen wäre: die tägliche kleine Vorfreude auf etwas Schönes.

Wer in diesem Jahr also täglich ein Türchen öffnen möchte, findet auch beim aktuellen trendtours-Adventskalender jeden Tag attraktive Preise – und mit etwas Glück sogar eine ganze Reise als Überraschung. Eine Tradition, die zeigt: Ob mit Kreide, Schokolade oder digitalem Türchen – die Vorfreude auf Weihnachten lässt sich auf ganz unterschiedliche Weise feiern, doch ihr Kern bleibt seit über 100 Jahren derselbe.